Ist die Kreditanfrage verbindlich

Die Frage „Ist die Kreditanfrage verbindlich?“ lässt sich leicht mit einemklaren Nein beantworten. Ein
rechtsverbindlicher Vertrag zwischen dem Kreditnehmer und dem Kreditgeber kommt erst mit dem Unterzeichnen eines Kreditvertrages zur Geltung. Der Dispositionskredit des Girokontos ist hiervon ausgenommen. Dieser wird wirksam, sobald die Bank ihn einräumt und der Kontokunde den Verfügungsrahmen in Anspruch nimmt.

Eine formlos mögliche Anfrage nach dem Gewähren eines Dispositionskredites oder nach dessen Erhöhung führt in der Praxis dennoch zu keinerlei Verpflichtung, da ein Bankkunde den ihm zur Verfügung stehenden Disporahmen nicht ausschöpfen muss. Bei Kreditkartenkonten stellt der kurzzeitige Kredit bis zur folgenden Monatsabrechnung ein Wesensmerkmal der Karte dar, während die Teilzahlungsvereinbarung gesondert getroffen werden muss, soweit sie nicht – was auf wenige Karten zutrifft – bereits im Kartenvertrag als vorgesehene Zahlungsform aufgeführt wird.

Eine Verbindlichkeit besteht faktisch dennoch nicht, denn der Kartenbesitzer kann das Kreditkartenkonto jederzeit ausgleichen.

Ist die Kreditanfrage verbindlich? Unterschied zwischen Kreditanfrage und Kreditantrag

Kreditantrag und Kreditanfrage können als Synonyme verwendet werden. Alternativ lässt sich der Begriff der Kreditanfrage weiter fassen, indem unter einer solchen nicht nur der Kreditantrag, sondern bereits eine einfache Anfrage nach den Vergabebedingungen verstanden werden. Anders als beim Kreditantrag muss der Verbraucher bei einer schlichten Anfrage nur die für die Beantwortung seiner Frage notwendigen Angaben machen.

Formlose Anfragen sind sinnvoll, wenn aus den auf der Homepage einsehbaren Vergabebedingungen für Kredite nicht hervorgeht, welche Einkommensbestandteile die Bank bei ihrer Haushaltsrechnung berücksichtigt. Hierbei bestehen erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Instituten. Eine schlichte Anfrage hilft dabei, wenig aussichtsreiche Kreditanträge einzureichen.

Die Pflicht zu ehrlichen Angaben

Auch wenn die Antwort auf die Frage „Ist die Kreditanfrage verbindlich?“ nein lautet, besteht im Kreditantrag die Pflicht zu ehrlichen Angaben . Diese gilt auch für Daten, welche die Bank erkennbar nicht nachprüft. Verstöße gegen diese Pflicht können strafrechtlich relevant werden, wobei die Strafverfolgungsbehörden nur bei einer Information durch die Bank Kenntnis hiervon erlangen.

Wesentlich bedrohlicher ist die Möglichkeit, dass ein Geldinstitut einen nach falschen Angaben
genehmigten Kredit auch bei rechtzeitiger Bezahlung jederzeit kündigen kann, sobald es von den Falschangaben erfährt. Darüber hinaus gehört die Kreditaufnahme unter falschen Voraussetzungen zu den Versagungsgründen einer Restschuldbefreiung im Falle einer Verbraucherinsolvenz.

Der Kreditvertrag ist verbindlich

Die Antwort auf die Frage „Ist die Kreditanfrage verbindlich?“ lautet auch aus dem Grunde nein, dass nicht jede Bank sofort den tatsächlich zu zahlenden Zinssatz angibt. Stattdessen vergeben verschiedene Geldinstitute Darlehen zu bonitätsabhängigen Zinssätzen, so dass jeder Kunde den für ihn maßgeblichen Zinssatz erst nach dem Einreichen einer Anfrage mit den maßgeblichen Daten erfährt. Die Verbindlichkeit wird durch den Kreditvertrag hergestellt. Diesen schickt die Bank dem Kunden zu, sobald sie die Kreditanfrage geprüft hat.

Dieser Vorgang läuft bei Online-Krediten üblicherweise automatisiert ab, wobei der Kreditkunde den Darlehensvertrag unterschreibt und an das Kreditinstitut faxt. Bei Nichtzustandekommen eines Kreditvertrages erkennt die Schufa nicht, ob die Bank die Darlehensvergabe verweigert oder der Kunde auf die Kreditaufnahme verzichtet hat.

Somit führen zu viele Kreditanfragen zu einer Verschlechterung des Score-Wertes, wobei sich dieser Effekt durch die Kennzeichnung als Konditionenanfrage vermeiden lässt. Anders als auf die Frage „Ist die Kreditanfrage verbindlich“ lautet die Antwort auf die Anfrage nach der Verbindlichkeit eines Kreditvertrages grundsätzlich ja. Dennoch besteht bei Verbraucherkrediten ein Widerrufsrecht von vierzehn Tagen, bei dessen Inanspruchnahme das ausgezahlte Geld umgehend zurückzuüberweisen ist.